Zitate 2014

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An der Stelle wie bereits in den Jahren zuvor, die Zitate von Prominenten und Politikern, die einmal mehr hängen geblieben sind und auch bleiben sollen:

Aus einem CSU Leitantragsentwurf: “Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie Deutsch zu sprechen.”

Thomas Middelhoff, inhaftierter ehemaliger Manager von Quelle und Karstadt: “Ich bin für viele Deutsche der Idealtyp des gierigen Managers, der verantwortungslos um den Globus irrlichtert. (..) Das ist völlig realitätsfern.“

Der türkische Ministerpräsident Erdogan zur Kritik des Bundespräsidenten an der Türkei: “Anscheinend denkt er immer noch, er wäre ein Pastor.“

Karl Lagerfeld: “Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.”

Julia Timoschenko, ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin in einem Telefonat über Wladimir Putin: “Ich bin selbst bereit, eine Kalaschnikow in die Hand zu nehmen und dem Dreckskerl in den Kopf zu schießen.”

Blacky Fuchsberger, kurz vor seinem Tod über das Alter: “Altwerden ist scheiße.“

Advent Advent

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Musikalischer Adventkalender mit freundlicher Genehmigung von MUSIKPIRATEN E.V.

Die Weihnachtsplätzchenmaschine

Die bessere Hälfte liebt es traditionell. An Weihnachten gibt’s einen Weihnachtsbaum, natürlich natürlich, nicht zu reichhaltig geschmückt, mit bunten Kugeln, Kerzen, ein wenig Lametta, fertig.
Vor Weihnachten, also etwa um diese Zeit, wird gebacken. Dazu muss der Teig durch eine Weihnachtsplätzchen-Maschine gedreht werden, die die Bezeichnung Maschine ob der quälenden mechanischen Bedienung mittels Kurbel nicht verdient.

Eine Kurbel! Ich meine, wir leben im 21. Jahrhundert, und ich soll der besseren Hälfte zur Hand gehen, indem ich eine Maschine bedienen muss, die eine Kurbel hat? Der Vorschlag, eine Bohrmaschine anzuschließen, missachtete die bessere Hälfte geflissentlich.

Die Kurbel kurbelnd räsonierte ich über Sinn und Zweck der Maschine mit der Kurbel und wollte zum rhetorischen Dolchstoß für nebendiese Maschine ausholen, als mich die bessere Hälfte umgehend zum Schweigen brachte: “Erstens nennt man die Weihnachtsplätzchenmaschine auch Fleischwolf und zweitens – wer nicht kurbelt, der kriegt auch keine Plätzchen.”

Bilanzfragen

Die Begleiterscheinungen beim studieren unterscheiden sich nicht so sehr von denen vor 30 Jahren. Insbesondere die studentischen Wohngemeinschaften plagen sich im Hier und Heute immer noch mit den zwischenmenschlichen Problemen des Zusammenseins.

Zwar ist die Yukka-Palme als Endlösung von Rotwein – und Kippenresten offensichtlich ausgestorben, dennoch sorgt sich die Zwangsgemeinschaft zukünftiger Akademiker wie eh und je primär um monetäre Fragen – zumal am Monatsende. Und so wird die Einladung zum Wochenende per whatsapp zu epischer, unfreiwillig komischer Erzählkunst.

„Hey, das mit dem Marmorkuchen ist eine gute Idee, ihr könntet meine Mitbewohner aber nachhaltig mit dem Mitbringen von zwei bis drei Klopapierollen beeindrucken. Wir mussten unser Budget in der Abweichungsanalyse nach unten korrigieren, so dass wir zusammen auf ein Eigenkapital von vielleicht drei Euro kommen und dem Einkauf somit eine strikte Ausgabensperre auferlegt ist. Danke.“

3000 Euro

Buchcover: Melle- 3000 Euro

Ja gut, der Titel klingt ein bisschen wie die Einladung zu einem der Schneeballsystemspiele im Internet.

In dem Fall ist 3000 Euro der Titel eines Buches, dazu eines, das richtig gut ist. Thomas Melle hat es geschrieben und es ist sein zweites erfolgreiches Buch von dreien, die der Jungautor bisher verfasst hat.

Melle beschreibt die unglückliche Liebe zwischen Anton und Denise, die beide leidlich durchs Leben zu kommen scheinen.

Anton, der ehedem aufstrebende Jurastudent, der in einer Art Konsumrausch alles verloren hat und sich als Obdachloser in einem Wohnheim wiederfindet, und sich einer eigentlich lächerlichen Forderung von 3000 Euro gegenüber sieht. Denise, die sich als allein erziehende Mutter und Verkäuferin mehr schlecht als recht durchschlägt und bei einem Porno als Darstellerin 3000 Euro verdient. Gemeinsam haben beide die Zerissenheit ihres Charakters. Antons Melancholie beschreibt Melle so gut, das es aus dem Buch herausschwappt.

Der Autor erzählt die Geschichte von zwei Menschen am Rand der Gesellschaft, die sich in ihrer ganzen Zerbrechlichkeit, Schwermütigkeit und gnadenlosen Realismus einer konsumorientierten Gesellschaft näher kommen und diese Nähe dennoch irgendwann in Frage stellen.

Thomas Melle ist ein grandioser Erzähler