Archiv der Kategorie ‘Aus dem Sauerland’

Kulinarisches aus dem Sauerland

Aus einem Reiseführer von 1974:

“Das Sauerland gehört zu Westfalen und in Westfalen ißt man deftig. So stehen denn auch die berühmten Westfälischen Schinkenplatten (zu denen man einen klaren Wachholderschnaps trinkt) auf den Speisekarten der meisten Gaststätten. Dicke Bohnen mit Speck, hierzulande ein Nationalgericht, bekommt man fast zu jeder Jahreszeit. Pfefferpothast gibt es oft in kleinen Schüsseln – sozusagen als „Zwischenmahlzeit“. Als Variante zu den überall angebotenen Schnitzeln ißt man hier gern „Krüstchen“, das sind stark panierte Schnitzel mit Soße und kleinen Beilagen.”

Der Autor hat gut recherchiert.

Fraktales Strukturgemüse

Im Sauerland essen wir eigentlich nichts, was wir nicht kennen. Und das Ding, das aussieht wie ein futuristischer Weihnachtsbaum, hätte ich persönlich auch nie in den Einkaufswagen gelegt. Meine bessere Hälfte brachte mir das Teil vom Gemüsestand mit. Damit war zumindest schon mal klar, dass es sich bei der mir beschränkt bekannten Artenvielfalt der Botanik um etwas Essbares handeln musste. Einerseits beruhigend, andererseits aber auch nicht besonders hiflreich. Letztendlich gab das Internet mal wieder Aufschluss darüber, dass es sich um eine Zuchtform des Blumenkohls handelt, Romanesco genannt und bereits seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland bekannt. Wo wären wir im Sauerland nur ohne Internet?

In drei Wochen ist Weihnachten

Wenn es auf Weihnachten zugeht, wetteifern wir im Sauerland mit dem höchsten Baum, den meisten Lichtern dem lautesten Gesang und mit vollen Kirchen. Nach dem Reinfall einer unglücklich dekorierten Weihnachtsbaumbeleuchtung im letzten Jahr, hat man sich in Drewer dieses Jahr entschlossen, die gesamte Wiese samt angrenzender Schützenhalle zu illuminieren. Inwieweit die Hütte noch mit heimischen Nutztieren ob einer realistischen Darstellung der Weihnachtsgeschichte bestückt wird, ist bislang ungeklärt.

Aus der Heimat

Der Sauerländer ist wortkarg, stur und versteht als Höhepunkt künstlerischer Gestaltung die richtige Zubereitung von Festtagssuppe. Alle? Nein nicht alle, am Rande des Sauerlandes in Völlinghausen bei Erwitte lässt Schäfer Heinrich dem geneigten Zuhörer der musikalischen Darstellung seines Berufsstandes freien Lauf.

Erste Tour

Manschmal zieht’s noch im Steiß und ich frage mich, ob die Sitzposition a la Easy Rider, für die ich vor zwanzig Jahren mein Motorrad umgebaut habe, noch was für den reifen Biker ist. Sei’s drum für 170 km quer durchs Sauerland kann’s hernach ruhig ein bisschen zwicken.