Archiv für das Jahr 2010

Gerücht aus dem Internet

Wie man Staat macht

Wenn die Terrorwarnungen in den vergangenen Tagen eines ausgelöst haben, dann die Vermutung, dass bei einigen Journalisten wohl die Sicherungen durchgeknallt sind. Rainald Becker vom SWR jedenfalls schwadronierte in einem Kommentar gestern in den Tagesthemen einen Unsinn zusammen, der vom Politbüro der ehemaligen DDR mit viel Applaus bedacht worden wäre.

“Telefonüberwachung, Onlinedurchsuchung, Datenspeicherung und ab und zu ein Fingerabdruck, das ist kein Teufelszeug. Wer das nicht will, kann sich ja zuhause hinter dem Ofen verkriechen.”

Also, ich gehe mich jetzt hinter dem Ofen verkriechen.

Drohung mit dem Feuchtgebiet

Charlotte Roche hat Bundespräsident Christian Wulff aufgefordert, die Unterschrift unter das Gesetz zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten zu verweigern. Um den Bundespräsidenten dazu zu bewegen, wäre die Bestseller-Autorin (“Feuchtgebiete”) und Moderatorin sogar zu körperlichem Einsatz bereit. Ihr pikanter Vorschlag: “Ich würde anbieten, mit ihm ins Bett zu gehen, wenn er es nicht unterschreibt.”[Quelle]

Nun, wer den Roman von Frau Roche gelesen hat, könnte das durchaus als Drohung verstehen.

Fraktales Strukturgemüse

Im Sauerland essen wir eigentlich nichts, was wir nicht kennen. Und das Ding, das aussieht wie ein futuristischer Weihnachtsbaum, hätte ich persönlich auch nie in den Einkaufswagen gelegt. Meine bessere Hälfte brachte mir das Teil vom Gemüsestand mit. Damit war zumindest schon mal klar, dass es sich bei der mir beschränkt bekannten Artenvielfalt der Botanik um etwas Essbares handeln musste. Einerseits beruhigend, andererseits aber auch nicht besonders hiflreich. Letztendlich gab das Internet mal wieder Aufschluss darüber, dass es sich um eine Zuchtform des Blumenkohls handelt, Romanesco genannt und bereits seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland bekannt. Wo wären wir im Sauerland nur ohne Internet?

Kürbiskopf

Nichts ist so uninteressant, dass man’s nicht noch gebrauchen könnte, das jedenfalls scheint sich JU Chef Philipp Mißfelder gedacht zu haben, als er sich hinreißen ließ in der Bild Zeitung seine Meinung über Halloween und kirchliche Werte kundzutun.
Mißfelder steht nicht erst seit seiner Forderung den Alten keine Hüftoperationen mehr bezahlen zu wollen weitab vom Verdacht übergroßer Nächstenliebe. Trotzdem schwurbelt er zum Thema Halloween und kirchlicher Feiertag in der Bild Zeitung vor sich:

„Wollen wir unsere Kinder lieber mit Monstermasken zum Bonbonbetteln auf die Straße schicken, anstatt ihnen das religiöse Fundament unserer Gesellschaft näher zu bringen?“