Beim Suchen eines Ortes in Google Maps staunte ich gestern nicht schlecht. Mein Standort wurde von Google exakt bestimmt. Wie konnte das sein? Das über die IP Adresse eine ungefähre Lokalisation möglich ist, ist mir klar. Allerdings liegen zwischen Ortung der IP und meinem Wohnort gut 25 Kilometer, das konnte es also nicht sein. Der nächste Verdacht fiel auf mein Smartphone, das eine GPS Ortung besitzt. Die Vorstellung, dass Google die GPS Daten meines Handys abruft, war mir dann doch etwas weit hergeholt. Also musste doch der Browser meinen Standort verraten, aber wie? Nach kurzer Suche im Netz wurde ich fündig: Geolocation über Firefox macht es möglich, dass Google genau weiß, wo der PC steht. Google gleicht die Daten von Mobilfunkmasten und Wlan-Netzen für die Standortbestimmung ab. Diese Funktion lässt sich beim Firefox allerdings abstellen. Einfach about:config in die Adresszeile eingeben, die Zeile geo.enabled suchen und den Wert von true auf false setzen. Anschließend noch sämtliche Cookies löschen und schon dürfte Firefox keine Geodaten mehr an Google senden.
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Archiv für das Jahr 2011
Google weiß wo Du wohnst
Montag, 14 November 2011
Kulinarisches aus dem Sauerland
Donnerstag, 3 November 2011
Aus einem Reiseführer von 1974:
“Das Sauerland gehört zu Westfalen und in Westfalen ißt man deftig. So stehen denn auch die berühmten Westfälischen Schinkenplatten (zu denen man einen klaren Wachholderschnaps trinkt) auf den Speisekarten der meisten Gaststätten. Dicke Bohnen mit Speck, hierzulande ein Nationalgericht, bekommt man fast zu jeder Jahreszeit. Pfefferpothast gibt es oft in kleinen Schüsseln – sozusagen als „Zwischenmahlzeit“. Als Variante zu den überall angebotenen Schnitzeln ißt man hier gern „Krüstchen“, das sind stark panierte Schnitzel mit Soße und kleinen Beilagen.”
Der Autor hat gut recherchiert.
Schleckers Welt
Donnerstag, 27 Oktober 2011
Das Unternehmen Schlecker hat sich mit dem wirklich bescheuerten Werbespruch: “For You, Vor Ort”, aber noch mehr mit der Reaktion auf die Kritik des Slogans, nicht viele Freunde gemacht.
Ein über die deutsche Sprache besorgter Herr hat sich über den denglischen Spruch geärgert und Schlecker schriftlich ob der Sprachpanscherei kritisiert; postwendend hatte der Kommunikationschef des Unternehmens, Florian Baum, die Kritik zurückgewiesen und den unglücklichen Werbespruch, mit Hinweis auf die eigene elitäre Stellung in der Gesellschaft, verteidigt:
„Persönlich kann ich das nachvollziehen, denn als Geisteswissenschaftler fühle auch ich mich im privaten Sprachgebrauch der Latinitas verpflichtet und sehe die Bestrebungen des Vereins Deutsche Sprache mit großem Wohlwollen. Um jedoch die Position des Unternehmens Schlecker zu verstehen, lade ich Sie ein, ihre Perspektive zu wechseln und die Sache aus unternehmerischem Blickwinkel zu betrachten.“
“Schlecker hat nach einem neuen Unternehmensmotto gesucht. Dieses Motto sollte die durchschnittlichen Schlecker-Kunden, die niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen sind, ansprechen. [....] die Zielgruppe unseres Werbespruchs sind auch nicht die vielleicht 5% der Bevölkerung, zu denen Sie und ihre Mitunterzeichner gehören (nämlich promovierte Akademiker, Philologen und andere reflektierte Sprachverwender) – sondern die übrigen 95%.“
Als Bewerbungsschreiben für einen neuen Job ist der auf Facebook veröffentlichte Brief wohl eher nicht geeignet.
Wie muss man eigentlich strukturiert sein, um so einen Blödsinn von sich zu geben?
Alle Jahre wieder
Dienstag, 25 Oktober 2011
Ups, für die Umstellung von Winter auf Sommerzeit gibt es sogar ein Gesetz:
Zeitgesetz vom 25. Juli 1978 in der geänderten Fassung
§ 1
Ab dem Jahr 2002 wird die mitteleuropäische Sommerzeit (§ 1 Abs. 4 des Zeitgesetzes) auf unbestimmte Zeit eingeführt.§ 2
(1) Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Im Zeitpunkt des Beginns der Sommerzeit wird die Stundenzählung um eine Stunde von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt.
(2) Die mitteleuropäische Sommerzeit endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Im Zeitpunkt des Endes der Sommerzeit wird die Stundenzählung um eine Stunde von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Stunde von 2 Uhr bis 3 Uhr erscheint dabei zweimal. Die erste Stunde (von 2 Uhr bis 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) wird mit 2 A und die zweite Stunde (von 2 Uhr bis 3 Uhr mitteleuropäischer Zeit) mit 2 B bezeichnet.§ 3
Das Bundesministerium des Innern gibt im Bundesanzeiger, beginnend mit dem Jahr 2002, für jeweils fünf aufeinander folgende Jahre Beginn und Ende der Sommerzeit bekannt.§ 4
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.Berlin, den 12. Juli 2001
Und jetzt noch mal für mich:

Schäubles Hebelgesetz
Freitag, 21 Oktober 2011
Nach dem inzwischen dementierten Gerücht, Finanzminister Schäuble wolle den EU-Rettungsschirm mittels Kredithebel auf eine Billion Euro aufstocken, dürfte sich die Frage nach einer Zahl stellen, die für mich jedenfalls nicht mehr vorstellbar ist.
Beim Versuch, die Unvorstellbarkeit der Zahl “Billion” vorstellbar zu machen, gerät man im Endergebnis nur zu einer weiteren Unvorstellbarkeit.
Nun könnte man sich die Frage stellen, ob eine Unvorstellbarkeit, die als Versuch der Vorstellbarkeit immer noch unvorstellbar ist, nicht vollkommen absurd ist. Aber ich schweife ab. Die unvorstellbare Zahl lässt sich am besten wie folgt darstellen:
Wenn jemand bis zur Zahl „eine Billion“ ohne Pausen, Tag und Nacht, zählen würde und ein Zählschritt würde nicht mehr als eine Sekunde dauern, dann würde der Zähler bis zum Endergebnis über 30000 Jahre (in Worten: dreißigtausend!) brauchen, bis er fertig ist.
Schäuble möchte also einen ungedeckten Fonds mittels ungedeckten Versicherungen auf die absurde, weil unvorstellbare Summe von einer Billion Euro aufstocken. Das nennt sich dann Kredithebel. Irgendwie kommt mir das bekannt vor.
